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Es war einer dieser trüben Sonntagnachmittage im November. Zwischenzeit. Die Gemütlichkeit der Vorweihnachtszeit mit den Lichterketten an den Dachgiebeln und Kerzen wollte sich noch nicht recht einstellen und der goldene Herbst mit seiner rot-orangen Pracht war gerade vorbei. Übrig geblieben alleine der braune Blätterbrei am Boden. Klaus hasste diese Tage. Sabine war auch weg, mit ihren Freundinnen zum Wellness-Wochenende aufgebrochen an den Schluchsee. Ein Gefühl von Einsamkeit stellte sich ein. Dazu neigte Klaus eigentlich nicht, sonst wäre er nie nach Gersbach gezogen, in dieses beschauliche Bergdörflein, hoch gelegen auf einer Sonnenterrasse am Eingang des Wiesentals. Ja, wenn sie denn scheinen würde, die Sonne. Stattdessen lag das ganze Dorf in einen dicken, watteartigen, klebrigen Nebel verpackt. Ein flaches Flappen wie von Rotoren eines ultralangsamen Hubschraubers wirkte seltsam fremd. Die Windräder machten sich an diesem feuchten Tag geräuschvoll bemerkbar.

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Klaus klappte sein Laptop auf: Sinnlose News auf Facebook zu lesen und noch sinnlosere zu schreiben war genau das Richtige an diesem öden Sonntag. Das Bild baute sich hier leider etwas langsamer auf, als Klaus es aus seinem schicken Büro in der Lörracher Innenstadt gewohnt war, wo er als studierter Psychologe und Coach ein gutgehendes Beratungsbüro für Unternehmen betrieb. Ultralangsames Internet, so langsam wie die Kreise der riesigen Windrotoren am Kamm über dem Dorf.

„Hoch die Hände, Wochenende.“ Mann, dieser Typ aus dem Kleinen Wiesental ploppte schon wieder mit einem seiner blödsinnigen Posts hoch, obwohl er ihn doch schon x-mal geblockt hatte. Klaus scrollte die Timeline herunter. Der Freiburger SC hatte die Partie gegen den FCB mit einem bravourösen Unentschieden beendet. Super! Ein leises Bling deutete an, einer seiner Freunde war online. Und schon kam die Nachricht von Hasan: „Mensch Alder, isch dich langweilig?“ Das war die Art von Humor, die er an seinem arabischen Studienkollegen und ersten Kumpel aus Münchner Zeiten eher weniger schätzte: ihn mit Kanak Sprak zu nerven. „Hey, Hobbytürke, sprich mal deutsch, dann können wir uns gerne unterhalten.“ „Okay, okay. Tja, ist es bei dir auch so traurig wie hier bei uns? In Hamburg kommt der Regen seit drei Tagen waagrecht.“ Hasan hatte in einer Klinik in der Hansestadt Karriere gemacht und lebte dort jetzt – aus für Klaus unverständlichen Gründen, weil in Studientagen die Mädels eigentlich Schlange standen  – alleine in einem dieser schicken Lofts an der Alster. „Was will ich erst sagen: Ich sitze hier auf über tausend Metern Höhe in einer undurchdringlichen Nebelwand. Einsam, abgeschnitten von der Welt. Aber ich habe was Neues für dich. Stichwort Händetheorie.“

Die „Händetheorie“ war einer ihrer gemeinsamen Running Gags: In endlosen Blödeleien deuteten sie schon seit frühen Studientagen Menschen am Durchmesser ihrer Handgelenke und an Form und Bewegung der Hände psychologisch. Hasan schwor Stein und Bein, dass sie es in dieser Wissenschaft noch weit bringen würden. Was er nicht zuletzt damit zu belegen versuchte, eben die ohne Frage attraktivsten Frauen erfolgreich für sich zu gewinnen. Hasan schrieb zurück: „Okay, rück raus!“ Sinnlose Posts an einem sinnlosen Nachmittag, Klaus brauchte nicht lange zu überlegen: „Also, dich wird’s freuen, alter Amerika-Freund.“ Seit nämlich der nach Hasans Ansicht hässlichste Mann des Universums Präsident war, pflegte Hasan eine innige Hassliebe zu den USA. „Donald Trump ist eine Frau“, tippte Klaus. „Ich analysiere jetzt schon seit Monaten jeden öffentlichen Auftritt, der auf CNN übertragen wird. Handform, Fingerlänge, das Verhältnis von Handgelenksumfang und Handgröße, die eigenartig schlackernden Bewegungen, das affektierte Betonen jedes schwachsinnigen Satzes.“  „Hey Mann, da hätte ich auch drauf kommen können. Ziemlich steile Theorie, aber gefällt mir.“ Klaus konnte sich bildlich vorstellen, wie sich Hasans Gesicht zu einem einzigen Grinsen ausbreitete. Klaus setzte noch einen drauf mit ziemlich dreister Trivial-Psychologie: „Aber er konnte es natürlich in seiner Familie nie zugeben, sonst hätte sein Vater ihn verstoßen. Deshalb das obsessive Betonen seiner Männlichkeit, deshalb die puppenartigen Frauen und vermeintlichen Männerträume, die er um sich schart. Du weißt, regressive Triebsublimation und so. Ich denke, dass er als junge Frau in einer Privatklinik in Saudi-Arabien eine Geschlechtsumwandlung machen ließ. Die Saudis wissen das und erpressen ihn. Deshalb jetzt seine Nibelungentreue zum Prinzen. Du kannst das ja mal bei deinen arabischen Freunden checken, hä, hä … Also – DAS, HASAN, IST DAS GEHEIMNIS VON TRUMP.“ „Alter, ich wusste schon immer, dass aus dir ein ganz Großer wird, Klaus.“ Schwachsinnige Posts an einem öden Novembertag: „Stecken wir das dem SPIEGEL?“ „Sorry, Klaus, muss Schluss machen. Sharon hat gerade geklingelt. Erzähl ich dir ein andermal.“ Schon war sein bester Kumpel zum Blödeln offline. Sharon, das war offensichtlich der Bereich „Liebe“ zu den USA.

Klaus stand vom gemütlichen Sofa auf und brühte sich einen Espresso mit der bei Café Fusili neu erworbenen Siebträgermaschine. Er roch am Kaffee: Das musste man einfach neidlos anerkennen, die Hausmischung seines alten Schulfreundes aus Schopfheim war das Beste, was Klaus zwischen New York und Johannesburg kennengelernt hatte. Und er konnte das behaupten, weil er viel unterwegs war und sich auskannte in den Cafés dieser Welt. Als er sich mit einem leichten Seufzen wieder auf dem Sofa niederließ, war der Bildschirm seines Laptops grau. Nicht schwarz, wie das beim Ruhezustand üblich gewesen wäre, sondern ein flirrendes Grau. Grüne Zahlenkolonnen rasten über den Bildschirm und dann war das komplette Bild mit Facebook-Fenster wieder da. Was war das? Infraschall der Windräder? Blödsinn. An den glaubten allenfalls die sturen Schädel der örtlichen Windkraftgegner. Er nicht. Rechts oben auf dem Bildschirm ploppten kurz fremdartige Symbole auf. Klaus löste geistesgegenwärtig die Druckfunktion aus. In seinem Büro im oberen Stockwerk summte leise der Laserdrucker. Hackte jemand seinen Rechner? Klaus beendete Facebook und meldete sich ab, löschte den Verlauf und leerte seinen Cache-Speicher. Alles schien normal. Na ja, genug Zeit totgeschlagen. Den Ausdruck würde er sich morgen mal anschauen und seinen IT-Spezialisten im Büro konsultieren. Heute fehlte ihm dazu die Lust. Er würde sich jetzt anziehen und sich zum Abendessen ein paar feine Rehschnitzel nach Tuchreiters Art in der Talmühle gönnen – und einen Tropfen, der ihn für diesen traurigen Nachmittag entschädigen sollte. Gesagt, getan.

Das Blackberry beziehungsweise das Mobile, das aussah wie ein Blackberry, vibrierte in John Lucmaniers Jackettasche. John fischte es vorsichtig heraus – unter den strafenden Blicken von Jane, seiner Frau. Sie saßen nämlich gerade in einem Konzert im Lörracher Burghof. Der Jazzpianist, dessen Namen er sich nie merken konnte, schwieg gerade unter schwerem Schnaufen. Also er schwieg mit den Fingern und mit dem Mund. Schnaufte einfach nur. War wohl Teil seiner Bühnen-Performance, die regelmäßig die Kulturszene des Dreilandes in Ekstase versetzte – und seine Frau, die bis gerade eben mit verzückten Blicken den Tastenkünstler zu verschlingen schien. Was sie an dem Typen wohl fand? Musste er nicht verstehen, konnte er nicht verstehen. Er wusste auf jeden Fall, was sie gerade an ihrem Ehemann nicht gut fand. Mach sofort das Ding aus, schienen ihre Lippen lautlos zu sagen. Er zuckte entschuldigend mit den Schultern: „p.r“ blinkte auf dem Display auf, was für “phase red“ stand. John beugte sich kurz zu Jane, streifte ihr Ohr und hauchte beinahe lautlos: „Sorry. Muss ich abnehmen.“ Er erhob sich von seinem Platz, um sich unter den ärgerlichen Blicken der Zuschauer durch die Stuhlreihen zu zwängen. Im Foyer angekommen, drückte John die Empfangstaste. „Wir haben ein Problem, das schnell gelöst werden muss. Ist in deiner Zone. Infos erhältst du in Kürze über einen Textfile. Du kennst das Procedere.“ Es knackte, das Gespräch oder, genauer gesagt, die Anweisung war beendet. John ließ das nach einem Blackberry aussehende Mobile wieder in die Jackentasche gleiten und zog stattdessen sein iPhone aus der Hosentasche und tippte eine SMS an Jane: „Muss leider dringend weg. Nimm bitte ein Taxi nach Hause. Kann sehr spät werden. Sorry. Ich liebe dich.“ An der Garderobe ließ sich John seinen Mantel geben und eilte schnellen Schrittes in die Tiefgarage. Wenige Minuten später schoss der schwarze Porsche Macan aus der Tiefgaragenausfahrt mit John Lucmanier am Steuer, im offiziellen Leben IT-Entwicklungschef bei Henders + Bauer, in Wirklichkeit aber Special Agent der CIA, und brauste Richtung Wiesentalstraße davon.

Eigentlich war John inzwischen lediglich für Informationsbeschaffung verantwortlich. Dass SIE ihn für eine operative Aktion einsetzten, war ungewöhnlich. Es musste sich offensichtlich um eine außergewöhnlich wichtige Angelegenheit handeln. John fuhr mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Tempo-30-Zone am Tüllinger. Anfängerfehler. Bei einer Operation mit Verkehrsdelikten den reibungslosen Ablauf zu gefährden, ging gar nicht – das hatten sie schon während der Grundausbildung in Arizona gelernt. John drosselte das Tempo und bog in die Einfahrt seiner großzügigen Villa mit Blick über das ganze Wiesental und Lörrach sowie Teile von Basel ein. Das Doppelgaragentor schwang hoch, der schwarze Macan glitt in die Garage, während sich das Tor schon wieder senkte. Von der Garage, die so groß war wie der unter ihr liegende Indoor-Pool, um den ihn alle seine Geschäftsfreunde beneideten, führte eine Tür in seine „Werkstatt“. Doch hier standen weder Schraubstock noch Bohrständer, sondern Hightech im Wert eines Mittelklassewagens. Der zentrale Bildschirm zeigte an, eine Mail war eingetroffen. Erwartungsgemäß Hieroglyphen. John fischte einmal mehr an diesem Abend sein Mobile mit dem Aussehen eines Blackberrys aus dem Jackett und hielt die Kamera vor den Bildschirm. Zahlencodes wanderten über das Display des Mobiles, um sich schließlich in einen Text aufzulösen: „Zielobjekt: Klaus Hellsicht, 79650 Schopfheim-Gersbach, Rauschbachstraße 8. Zielobjekt festsetzen. Transfer Genf – Washington. Operative Einheit Schweiz wird übernehmen. Details folgen. Ausführung sofort.“ John zog sich um. Die „Werkstatt“ war für solche Fälle vorbereitet, Einsatzkleidung lag bereit, ebenso ein länglicher, flacher Alukoffer mit verschiedenem Equipment, der sich in einem Zwischenboden seines Macan unauffällig verstauen ließ. Fünf Minuten später glitt der schwarze Porsche wieder aus der Garage, John fuhr vorschriftsmäßig talwärts und fädelte sich in den noch erstaunlich lebendigen Verkehr Richtung Schopfheim ein.

„Kännsch den scho?“ Marvin Tuchreiter, der Wirt der Gersbacher Talmühle, stand unversehens am Tisch. Klaus war nach herrlich zartem Rehschnitzel mit Spätzle, zimtigem Rotkraut und Preiselbeerbirne bei der Frage angekommen, ob ihm jetzt der Sinn eher nach einer gebrannten Creme oder Frischkäse-Mousse stand. Und nach einer Flasche 2001 Cabernet Montepulciano fand er sogar Marvins Scherze zum Brüllen. Die Entscheidung war gefallen: Mousse vom Gersbacher Frischkäse. Marvin Tuchreiter war wieder in die Küche entschwunden. Klaus’ iPhone vibrierte: „Eilmeldung“. Normalerweise war Gersbach ein einziges verdammtes Funkloch, doch offensichtlich gab es kurz mal genug Feldstärke vom Umsetzer auf der Hohen Möhr. Die FAZ-App ploppte mit einem roten Balken auf: „Schusswechsel in Hamburg. Ein Toter. Wie unbestätigte Meldungen behaupten, handelt es sich beim Toten um den stadtbekannten Psychotherapeuten Hasan Mamoud. Islamistischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.“ Klaus war auf einen Schlag nüchtern. Schweiß trat ihm auf die Stirn. Sein Freund Hasan tot? Islamistischer Hintergrund? Was für ein Wahnsinn. Wenn Hasan Islamist war, dann war der Papst auch bekennender Päderast. Klaus stand auf, raffte seine Jacke zusammen. „He, was isch los? Jetzt chunt grad dis fein Dessertli.“ Marvin balancierte das fluffig-sahnige Kunstwerk aus der Küche. „Marvin, kann grad nicht. Schreib mir bitte ne Rechnung.“ Schon war er zur Tür hinaus und ließ einen ratlosen Wirt zurück. „Monika, der war jo chäswiß im Gsicht. Was war des jetzt?“ Monika Tuchreiter, die Wirtin der weithin bekannten Talmühle im Bergdorf, zuckte lakonisch mit den Schultern: „Vielleicht war eins vo dene viele Glässli Wii schlecht?“

Klaus schwankte kurz. Der Wein, der Schock. Er wussnt einen Moment nicht, wo oben oder unten war. Sein Herz pumpte, er musste schnaufen, als würde er einen Berglauf meistern. Hasan erschossen. Er hatte doch gerade noch mit ihm geflachst. Klaus setzte sich in Bewegung, in Richtung der milchigen Straßenlampe, die trübe im aufkommenden Wind schwankte und einen unruhigen Lichtreflex ins weiße Nichts zeichnete. Der Nebel waberte, und Klaus’ Denken wirkte wie in Watte gepackt. Eigentlich außerhalb seines Bewusstseins, gefangen in einer irrealen Welt der Angst. Denn ohne, dass er genau sagen konnte, warum und wieso dieser Gedanke langsam bei ihm durchsickerte – Hasans Ermordung, und um eine solche musste es sich handeln, hatte mit ihm und ihren vorhin ausgetauschten Mails zu tun. Er zog die Kapuze dichter, denn plötzlich hatte der Wind deutlich aufgefrischt. Als er am alten Rathaus vorbeiging, vor dem bis vor Kurzem die altehrwürdige Linde gestanden hatte, griffen die kalten Lichtfinger eines sich nähernden Autos durch die Nebelwand. Ein schwarzer SUV glitt langsam an Klaus vorbei, hinauf Richtung Schanze und Rauschbachstraße.

Was suchte denn dieser einsame Wanderer bei diesem Scheißwetter in diesem Scheißkaff? John Lucmanier schreckte einen kurzen Augenblick zusammen, als vor ihm plötzlich der schwarze Kapuzenmann auftauchte, während seine Blicke sich eigentlich auf das Display des Navis konzentrierten. Eine knappe halbe Stunde hatte er von Lörrach hierher gebraucht. Besondere Vorsicht musste er nicht walten lassen, denn sein „Zielobjekt“ war wohl kein Profi. Das hatten die ihm inzwischen per Voicemail zugespielten Detailinfos ergeben. Warum auch immer die Firma in Langley an diesem deutschen Psychoheini interessiert war – in Johns Sinne war er in jedem Fall Laie. Langsam fuhr John an der Hausnummer 8 vorbei. Alles dunkel. Allerdings, der Renault Alpine stand im Carport. Psychofritze zu sein lohnte sich anscheinend. Nach seinen Infos war dieser Mister Hellsichtig vor rund vier Stunden noch zuhause und der Rechner angeblich online. Allerdings gab es aus dem Haus jetzt keine Tonsignale. Das iPhone hatten sie noch nicht auf dem Schirm, obwohl es wohl vor einigen Minuten ein ganz kurzes Signal gab. Vielleicht war Mister Hellsichtig auf ein Bier in der Dorfkneipe. John gefiel der Name, so würde er ihn künftig nennen. Na ja, Saufen war wohl die beste Art, in diesem gottverlassenen Nest seinen Abend zu verbringen. John parkte den Wagen am Ende der Straße. Den kleinen leichten Rucksack mit dem „Besteck“ auf dem Rücken lief er in einem großen Bogen über die Wiese und näherte sich Nummer 8 von unten über das Gartengrundstück. Schade, dass der Wind stärker geworden war und den schützenden Nebel in Fetzen riss. Am Himmel blinkten schon die ersten Sterne und ein fahler Halbmond warf sein bleiches Licht über die mit Raureif bedeckten Wiesen. Geschmeidig wie eine Katze und tief gebückt huschte John in den Schatten des den Garten begrenzenden Buschwerks. Nichts regte sich im Haus. Hinter den gelblichen Vorhängen eines Raumes in der Mitte des Gebäudes schien eine Stehlampe zu brennen, was er von oben nicht hatte sehen können. Vielleicht auch das Licht über dem Herd in der Küche. Den Grundriss hatten sie drüben in Langley auf die Schnelle nicht beschaffen können. Sein Gefühl sagte ihm, dass im Haus niemand war. Also würde er Mister Hellsichtig drinnen empfangen.

Klaus war stehen geblieben. An diesem traurigen Abend fuhr ein schwarzer Gelände-Porsche in Richtung Schanze? Niemand in Gersbach hatte so einen Wagen, und zum Jagen in den Wald ging heute bei diesem Wetter unter Garantie auch keiner. Wer war das? Wurde er so langsam paranoid? Der Gedanke hatte sich als Überzeugung festgesetzt: Irgendjemand hatte die Posts nicht gemocht. Big Brother is watching you. CIA, NSA? War er irre im Kopf? Aber wer zum Teufel hatte Hasan umgebracht? War ihm der Dreiviertelliter Italiener doch mehr in den Kopf gestiegen, als er bei dieser Kälte spürte? Fakt war, irgendjemand hatte Hasan eliminiert? Und weil das so war,   jagten sie auch ihn. Wer auch immer SIE waren.

Der schwarze Geländewagen! Er stand direkt vor seinem Haus. Klaus machte einen Bogen, weg vom Lichtkegel der Strassenlampe, in deren Schein er wohl schon weitem zu sehen wäre. Durch die Hofeinfahrt des benachbarten Mutter-Hofes querte er in Richtung der großen Weiden, die sich unterhalb seines Hauses bis hin zu den hier an der Straße liegenden alten Bauernhäusern zogen. Im Schatten einer großen Scheune blieb er stehen. Der inzwischen starke Wind hatte den Nebel nahezu komplett weggeblasen. Der halbe Mond beschien die ganze Szenerie mit einem unwirklichen Licht. Unwirklich. War nicht alles unwirklich? In was für einen Albtraum war er hier geraten? Nichts regte sich. An seinem Haus war alles still, nur das Licht des Dampfabzugs war als schwacher Widerschein hinter den Vorhängen der Küche zu sehen. Allerdings – auf der mit Reif bedeckten, silbrig glänzenden Wiese zog sich in einem großen Bogen eine dunkle Spur bis zum Gebüsch, das seinen Garten hin gegen die Weiden begrenzte. Klaus begriff sofort. Hier war vor Kurzem jemand gewesen und hatte sich von hinten an sein Haus geschlichen. Er begann heftig zu zittern. Unterbewusst hörte er in der Ferne das Brummen eines sich schnell nähernden Helikopters …

Ende Kapitel 1 – Die Abstimmung/Umfrage endete am Mittwoch, dem 12.12.2018 um 20:00 Uhr. Das nächste Kapitel erscheint voraussichtlich zum 3. Advent 2018.

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John erreichte gebückt im Schatten der Hecken die Terrasse des Hauses und hielt inne. War etwas zu hören? Hatte sich etwas geregt? Er sog die Luft tief ein. Während der Ausbildung beim CIA hatte John den Spitznamen „Dog“ bekommen, weil seine Nase mindestens so zuverlässig war wie seine schnelle Rechte. Jetzt roch er: nichts.

Wie gesagt, der Psychoheini war Laie. Mit schnellen Griffen hatte John den Mini-Akkuschrauber mit dem Schneidekopf zusammengesetzt und neben dem Griff ein kreisrundes, etwa handtellergroßes Loch in die Terrassentür gefräst. Ein knallendes Schnalzen ließ die Luft ins Vakuum der Thermoscheiben strömen. Ein kurzes Lauschen bestätigte John: Nichts rührte sich im Haus, und wie erwartet gab es am Griff der Terrassentür kein Schloss. Einen Moment später stand John in einem perfekt ausgestatteten Fitnessraum. Den Akkuschrauber verstaute er wieder im Rucksack. Während er sich bückte, bekam er einen leichten Schlag an den Kopf. Reflexartig ließ er sich fallen, rollte zur Seite, um in einer schnellen Drehung schon wieder auf den Füßen zu stehen. Er starrte ins Dunkel und war sich sicher: Hier war niemand. Er knipste die Stirnlampe an. Ein Boxsack pendelte in leichten Bewegungen von der Decke, dahinter war ein Poster zu sehen, das wohl Mister Hellsichtig bei einem Kickbox-Wettbewerb zeigte, wie die stolz ins Bild gereckte Urkunde vermuten ließ. Okay, Kampfsport hätte er dem Psychoheini nicht zugetraut. Vielleicht sollte er doch etwas mehr auf der Hut sein. John zog aus dem durch ein Alufach verstärkten Rückenteil seines Rucksacks die einem Autoinjektor ähnelnde Spritze, klickte die Propofol-Ampulle ein und schob diese in die Armtasche seines linken Ärmels. Katzengleich durchquerte er den Raum, öffnete die Türe zum Kellerflur, witterte kurz und huschte geräuschlos die Treppe hoch. Wieder sog er langsam die Luft ein. Eigentlich war er immer noch der Ansicht, dass hier niemand war. Die Tür zu einer in mattem Lichtschein liegenden Küche stand halb offen, ebenso wie die vom Hausflur des Erdgeschosses abgehenden Türen, die dahinter liegenden Räume waren allerdings dunkel.

Als Erstes würde John die Küche checken. Mit einem einzigen lautlosen Satz erreichte er die Küchentüre, vor der er kurz innehielt. Langsam drückte er das Türblatt auf. Links war die Spüle umrahmt von einer Arbeitsfläche aus matten Schiefer, zu sehen. Sehr schick. In der Mitte des Raums stand eine riesige Gas-Holz-Herd-Kombination, von der aus ein schwarzes Ofenrohr in einen mächtigen Kamin mündete, an dessen Rückseite offensichtlich ein Kachelofen gebaut war. Die Wohnküche hatte den edlen Charme einer kanadischen Lodge, was John in diesem Moment ebenso beiläufig wie anerkennend zur Kenntnis nahm. Allerdings realisierte er vor allem, dass die Küche und der offene Wohnraum leer waren. Er täuschte sich nicht – in diesem Haus hielt sich zurzeit niemand auf, was bedeutete, dass er jetzt alle Räume durchkämmen würde. Den Laptop konnte er ignorieren, dessen Inhalt hatte die Firma eh schon abgespeichert – und alles, was ihm einen Hinweis hätte geben können, warum er hier war, hatten die Kollegen sowieso gelöscht. Psychofritze und Kampfsportler, Sportwagen und ziemlich schickes Haus – führte seine Zielperson etwa ein Doppelleben wie er? Interessierte sich deshalb Langley für den Typen? Aber warum so plötzlich? Wie erwartet – das offensichtlich als Wirtschaftsraum genutzte zweite Zimmer auf diesem Stockwerk war leer, das Gästezimmer ebenso, Gästebad und Toilette auch. Der Check im zweiten Stock hatte das gleiche Ergebnis. Schlafzimmer, Ankleide, Badezimmer, ein noch oder wieder leeres Kinderzimmer und das Büro waren sauber. Im Büro allerdings weckte ein am Boden liegender Ausdruck Johns Interesse. Er zeigte eine Facebookseite, die zwischen 19 und 19.15 Uhr geöffnet war: „Donald Trump ist eine Frau. Ich analysiere jetzt schon seit Monaten jeden öffentlichen Auftritt, der auf CNN übertragen wird. Handform, Fingerlänge, das Verhältnis von Handgelenksumfang und Handgröße, die eigenartig schlackernden Bewegungen, das affektierte Betonen jedes schwachsinnigen Satzes …artigen Frauen und vermeintlichen Männerträume, die er um sich schart. Du weißt, regressive Triebsublimation und so. Ich denke, dass er als junge Frau in einer Privatklinik in Saudi-Arabien eine Geschlechtsumwandlung machen ließ. Die Saudis wissen das und erpressen ihn. Deshalb jetzt seine Nibelungentreue zum Prinzen. Du kannst das ja mal bei deinen arabischen Freunden checken …“ John pfiff durch die Zähne. War das ihr Ernst in Langley? Wegen dieses haarsträubend absurden Unsinns sollte er einen Psychoheini aus der Provinz für die Reise nach Washington festsetzen? Unabhängig davon – es war in jedem Fall nicht im Sinne der Zentrale, dass er das hier lesen konnte. Er faltete das Blatt zusammen und ließ es in der Seitentasche seiner Hose verschwinden. Aber warum lag das hier? Eine Falle? Er war gewarnt. Er würde jetzt in der Garderobe neben der Eingangstüre warten – früher oder später würde seine Zielperson auftauchen, denn das brennende Licht über dem Herd und das aufgeklappte Laptop, dessen Kontrolllicht im Ruhezustand regelmäßig pulsierte, legten den Schluss nahe, dass der Vogel nur kurz ausgeflogen war. Während John die Treppe zum Erdgeschoss hinabging, hörte er das Geräusch eines sich schnell nähernden Hubschraubers.

Klaus atmete mehrfach tief ein und aus, konzentrierte sich auf seinen Herzschlag: Ruhig, ruhig. Nicht die anderen bestimmten sein Leben, er war der Chef. Niemand war da, der sein Bewusstsein beeinflussen konnte. Schwierige Situationen waren da, gelöst zu werden, für jedes Problem gab es eine Lösung – und die richtigen Entscheidungen wurden vor allem im Kopf getroffen. Klaus spielte die Routinen seines Anti-Stress-Trainings durch, das er auch mit seinen Klienten wieder und wieder trainierte. Was waren seine Möglichkeiten? Als Erstes musste er sein Handy abschalten. Funkloch hin oder her – vorhin hatte er kurzzeitig Netz, und damit konnte man ihn orten. In einem weiten Bogen schleuderte er das Mobile weg. Mit einem lauten Platschen sank es in das Sickerbecken der Siloanlage, das allerdings vom lauten Brummen des Rettungshubschraubers übertönt wurde, der offensichtlich zu einem Unfall ins nahe Wehratal flog.

Quirin. War es Kopf oder Bauch, warum der ihm einfiel? Quirin war ein Freak. Aufgewachsen als jüngster Sohn eines ausgewanderten Hippiepärchens in Alaska war er jahrelang als Mechaniker auf einer Bohrinsel im Nordmeer gewesen, bevor er seinen Eltern wieder zurück in den Schwarzwald gefolgt war, die als alternde 68er plötzlich den Vorteil des deutschen Gesundheitswesens entdeckt hatten und im Reihenhäuschen ihrer noch älteren Tante in Fahrnau wohnten. Hier in Gersbach betrieb Quirin mit ziemlichem Erfolg ein Holzernteunternehmen, während seine brasilianische Freundin Beatriz mit ihrem Topjob bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel das gemeinsame Haushaltseinkommen zu einem gemeinsamen Topverdienst aufbesserte. Seine persönliche Aufsteigergeschichte, erkämpft mit rauen Bandagen, aber auch die offensichtliche Weltläufigkeit und finanzielle Unabhängigkeit führten dazu, dass sich Quirin um Konventionen überhaupt nicht scherte und Gesetze auch nicht allzu ernst nahm. Er würde ihm heute Abend helfen können, und die durch viele gemeinsam durchzechten Nächte besiegelte Freundschaft machte es auch möglich, jederzeit auf Quirins wunderschön hergerichteten Hof auftauchen zu können.

Klaus lief im Laufschritt in einem großen Bogen zurück, an der noch hell erleuchteten Talmühle vorbei den Berg hinauf zu Quirins Hof. Fürchterliches Seitenstechen und das Gefühl, dass nicht Blut, sondern purer Rotwein durch seinen Kopf pumpten, ließen ihn schwindelig werden. Die Tür zu Quirins Haus war nicht abgeschlossen, er polterte in die große Diele, an deren hinterer Wand ein offener Kamin brannte. Mit einem Satz sprang Quirin vom davor stehenden Sessel auf. Mit voller Wucht warfen sich auf 1,95 Meter verteilte 100 Kilo Muskelmasse auf Klaus. Um dann mit freundlichem Lachen aufzustehen, während er Klaus wie ein Handtuch am Kragen in die Höhe zog. „Ach, du bist es! Tja, das ist mit einem gewissen Risiko verbunden, so bei mir hereinzuschneien.“ Gutmütig klopfte Quirin ihm auf die Schulter. Aus dem Dunkel des Nebenzimmers tauchte Beatriz mit dem Nichts eines schwarzen Negligés bekleidet auf: „Siehst du, mein Mann beschützt mich!“ Beatriz schloss Klaus in die Arme. Unter anderen Umständen hätte Klaus sich eines anzüglichen Kompliments zu den ungeniert gezeigten Reizen von Quirins Freundin nicht enthalten können. Aber ihm war nicht nach Scherzen zumute. In knappen Worten umriss er die beängstigenden Ereignisse dieses Abends: „Ich weiß, ihr haltet mich wahrscheinlich für verrückt, aber ich brauche eure Hilfe. Als Erstes müsst ihr Sabine hier vom Festnetz aus anrufen und sie bitten, dass sie zu mir im Moment keinen Kontakt mehr aufnehmen soll. Sonst ist sie auch in Gefahr. Und dann? Keine Ahnung, wie es weitergehen soll.“ Quirin grinste übers ganze Gesicht: „Als Erstes machen wir mal die Geländekarre platt.“ Er begann schon seine Stiefel zu schnüren. „Du bist vorerst mein Holzknecht, da vorne hängen die Klamotten.“ Mit einem Kopfnicken wies Quirin zur Garderobe neben der Tür. Klaus blickte ihn zweifelnd an. „Frag nicht. Mach hinne.“ Wortlos warf sich Klaus die grün-orange Jacke eines Holzarbeiters um und zog die orange Fleece-Mütze über die Ohren. „Mein Mann ist ein Held. Du kannst ihm vertrauen.“ Mit einem überzeugenden Lächeln entblößte Beatriz ihre strahlend weißen Zähne und fläzte sich in den frei gewordenen Sessel vor den Kamin, in welchen Quririn währenddessen ungerührt weitere Holzscheite stapelte. Sie schlug ihre endlos langen Beine übereinander und fügte ironisch an: „Aber mach keine Dummheiten, mein Schatz.“ Beatriz schien tatsächlich die richtige Gefährtin zu sein für Quirin. Mit einem innigen Kuss verabschiedete sich Quirin von seiner Löwenfrau, und gemeinsam verließen er und Klaus das Haus über den Hinterausgang.

Dort stand ein Forstschlepper, dessen Radnaben auf Augenhöhe von Klaus ansetzten. Behände schwang sich Quirin ins Führerhaus, während Klaus über die angeschweißte Trittleiter seinen Platz neben dem Fahrer erklomm. Ein tiefes Bollern ertönte, als der Motor ansprang. Quirin schob den Joystick des mit Elektronik vollgestopften Ungetüms nach vorne, der Ladegreifer hob sich, während Quirin Gas gab. Erstaunlich zügig und geschmeidig setzte sich der Waldbolide in Bewegung. Mit rund 50 Stundenkilometern bretterten sie durchs Dorf. Marvin Tuchreiter, der gerade dabei war, die Holzläden an seinem Restaurant zu schließen, drehte sich so erschrocken wie erstaunt um. Klaus verzichtet darauf, sich auf dem Notsitz zu erkennen zu geben. Schon bogen sie in die Rauschbachstraße ein, ohne das Quirin das Tempo drosselte. Durch ein leichtes Tippen des Joysticks senkte sich das Front-Rückeschild. „Quirin, was hast du vor?“ Die Antwort erübrigte sich. Ein infernalisches Krachen von sich verformendem Blech und hässlichem Knirschen von berstendem Glas fraß sich ins Bewusstsein von Klaus, während der Forstschlepper über den Porsche rollte und das schicke Auto in einen unförmigen Haufen Schrott verwandelte. „Uups. Den habe ich jetzt glatt übersehen. Das müssen wir jetzt wohl der Polizei melden, sonst zahlt die Versicherung nicht.“ Quirin hatte über den Touchscreen schon die 110 gewählt: „Hier Leitstelle Lörrach, was kann ich für Sie tun?“ „Ich möchte einen Unfall melden in Gersbach, mutmaßlich kein Personenschaden, aber schwerer Sachschaden.“ Während Quirin sachlich die Details durchgab, als sei das Überrollen eines Autos die selbstverständlichste Sache der Welt, rasten Klaus die Gedanken durch den Kopf. Was geschah jetzt? Was hatte sein Kumpel für einen weiteren Irrsinn angezettelt? „He, alles easy. Jetzt tauchen hier die Dorf-Cops aus Schopfheim auf, und deine ominösen Verfolger, wer auch immer sie sind, werden zuerst mal auf Tauchstation gehen. Ist schlecht fürs Geschäft, wenn Unbeteiligte in die Sache gezogen werden. Und ich bin nur ein Bauer, der möglicherweise einen Schluck zu viel getrunken hat.“

Ungefähr eine halbe Stunde, nachdem das Brummen des Helis verklungen war, hörte John wieder ein tiefes Grollen, das sich schnell näherte. Das war definitiv kein Heli. Aber was war es dann? Ein greller Lichtschein näherte sich schnell auf der Straße, wie er durch das Milchglas der Haustüre erkennen konnte. Ein Lkw, mit dieser Geschwindigkeit? Nein, wohl ein riesiger Schlepper. Was machte der hier um diese Zeit? Das Fahrzeug schoss mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit am Haus vorbei. Plötzlich krachte es. Der Aufprall eines Fahrzeugs auf den Schlepper. Oder umgekehrt. Und dann ein hässliches Splittern und Knirschen. John kombinierte sofort. Das war sein Wagen. Er schlich ins Gäste-WC und drückte das kleine Fenster vorsichtig einen Spalt auf. Von hier aus hatte er den unförmigen Haufen Blech und den dahinter stehenden Forstschlepper direkt im Blick, der jetzt mit Standgas und orangefarbenen Signallicht mitten auf der Straße stand. Im Führerhaus saßen zwei Personen, ein bärtiger Riese mit seinem Forstarbeiter. Sie telefonierten. In den Nachbarhäusern gingen die ersten Lichter an, aus dem übernächsten Haus trat ein weißhaariger Rentner im Jogginganzug und zog sich im Gehen eine Daunenjacke über. John schloss das Fenster ebenso langsam, wie er es geöffnet hatte. „Shit“. Hier lief etwas gewaltig schief.

Johns Verstand arbeitete komplett ruhig und präzise: Er war „verbrannt“, seine Legende zerstört. Jetzt griff Plan B. Er zog sein iPhone hervor und tippte nur einen Satz: „Das Glas ist leer.“ Jane würde sofort im Safe die gefälschten Pässe holen, seinen am vereinbarten Platz in der alten Holzbrücke in Säckingen hinterlegen, zu Fuß nach Stein spazieren, mit dem Zug nach Baden fahren, im unauffälligen Stadthotel Linde übernachten und dann am nächsten Tag als die Schweizer Bürgerin Lisa Wohlleben in Einsiedeln, dem Wallfahrtsort im Kanton Schwyz, ein neues Leben beginnen – im Idealfall mit ihm, wenn er das hier überlebte …

Ende Kapitel 2 – Die Abstimmung/Umfrage endete am Mittwoch, dem 19.12.2018 um 20:00 Uhr. Das nächste Kapitel erscheint voraussichtlich zum 4. Advent 2018.

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„Du bist komplett übergeschnappt“, presste Klaus zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, während er versuchte, die Tür des Führerhauses aufzudrücken. „Was machst du, wenn die uns hier abknipsen wie Krähen auf der Stromleitung? Lass uns verschwinden!“ Quirin schüttelte den Kopf und drückte seelenruhig den Entriegelungsknopf. „Erstens hast du gewusst, dass ich eine unkonventionelle Lösung des Problems vorziehen würde, Klaus. Sonst wärst du nicht zu mir gekommen, du kennst mich. Zweitens kannst du gerne aussteigen und dem ganzen Rentnerverein hier auf der Straße unsere wilde Geschichte erzählen. Aber eigentlich mag ich die, sie sind unsere Lebensversicherung. Denn ganz ehrlich, ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass irgendwo schon ein Scharfschütze auf uns angelegt hat. Aber das können wir vorerst auch nicht ändern. Andererseits, wie gesagt, hier in Deutschland ein Blutbad anzurichten mit zwanzig Zeugen, das zieht nicht mal die CIA oder der Mossad durch.“ Quirin zog einen Tabakbeutel hervor und baute sich einen monströsen Joint, den er umständlich anzündete. Der sich in der Kabine schnell ausbreitende Grasduft ließ auf gute Qualität schließen. „Na ja, ob das eine gute Idee ist … aber lass mich mal ziehen, ich brauche was zur Beruhigung. Vielleicht träume ich das ja gerade auch alles nur.“ Klaus gönnte sich einen tiefen Zug, während inzwischen aus nahezu jedem Haus flüchtig in Mäntel oder Jacken gehüllte Gersbacher Neubürger um den Porsche-Schrotthaufen und den riesenhaften Forstschlepper standen. Sie hoben definitiv den Altersdurchschnitt des Dorfes, denn die wunderbare Lage dieses Sträßchens mit Alpenblick war beliebt unter vermögenden Pensionären in der ganzen Region.

 

Adolf Poggenreith, trotz seiner 75 Jahre noch immer ganz schneidiger Offizier, ging offensichtlich spät zu Bett, denn er war der Einzige, der in seiner üblichen Jagdkluft wirklich vollständig angekleidet war, als er aus dem letzten Haus auf die Straße trat, auf der das ganze Spektakel seinen Lauf nahm. Mit abschätzigem Blick streifte er die zwei kiffenden Holzhauer in der Kabine, um sehr bestimmt auf den Schrotthaufen zuzugehen. Während die anderen staunend glotzten, zog der ehemalige Pilot der Luftwaffe einen silbrigen, länglichen Koffer aus dem Blechgewirr, der den Crash offenbar überstanden hatte, ohne sich nennenswert zu verformen. Allerdings waren die massiven Schlösser aufgesprungen. Ohne zu zögern schlug Poggenreith den Deckel auf: Ein schwarz glänzendes Scharfschützengewehr inklusive Optik lag in der schwarzen Schaumstofffassung. Jetzt zeigte sich auch der erfahrene Soldat überrascht, denn als solcher wusste er sofort, was hier vor ihm lag. Ebenso wie er die in zwei Einzelteile zerlegte UZI und diverse Spezialwaffen sofort identifizieren konnte. Er klappte den Deckel so schnell wieder zu, wie er ihn geöffnet hatte. Das musste nicht jeder sehen. Und er glaubte nicht an Zufälle. Misstrauisch sah er zu den zwei Holzhauern. Erst jetzt realisierte er, wer da im Führerhaus saß: Das war doch Quirin Rosenbaum, der hier das Forstunternehmen oder was auch immer betrieb. Und der andere? Woher kannte er ihn? Nein, war er es? Der Unternehmensberater aus dem vierten Haus? Was trieben die hier? War bei den zwei Jungs eine Party aus dem Ruder gelaufen? Aber wem gehörte der Porsche, und warum lag da Kriegsmaterial in einem geschützten Stahlkoffer, der offenbar in einem Zwischenraum des Wagens untergebracht war? Wie gesagt, Adolf Poggenreith glaubte nicht an Zufälle. Na ja, man würde sehen, die Polizei würde wohl in Kürze eintreffen, und der Trachtengruppe aus Schopfheim würde er gleich stecken, dass dieser Fall für sie eine Nummer zu groß war. Da würde er doch lieber mal seine Beziehungen zum Bundestagsabgeordneten des hiesigen Wahlkreises spielen lassen. Auch wenn es schon sehr spät war für einen Anruf. Poggenreith hatte schon das Handy am Ohr und entfernte sich von der Menschentraube, die aufgeregt durcheinanderredete. In der Ferne war das Tuten eines Martinshorns zu hören.

John spähte durch das Fenster des Gäste-WCs. Immer mehr Menschen standen um den vermeintlichen Unfall herum. Er war sich allerdings sicher: Das war kein Unfall – und höchstwahrscheinlich auch kein Zufall. Hier lief ein Spiel, dessen Regeln er noch nicht kannte. Als ein ganz in grün gekleideter, ziemlich zielstrebig wirkender Mann Johns Einsatzkoffer aus dem Blechschrott zog, ihn aufklappte, um ihn ebenso schnell wieder zuzuschlagen, und sich mit dem Handy am Ohr von der Menschenansammlung entfernte, war John klar: Hierzubleiben war Zeitverschwendung. Allerdings, die zwei Typen im Schlepper musste er sich noch genauer ansehen. Er zog das kleine Fernglas mit Nachtsichtverstärker aus der Brusttasche: Der Bärtige sah tatsächlich aus wie ein Bauer, aber der andere war definitiv nicht sein Knecht. Es war Klaus Hellsicht, den er nach den ihm von der Zentrale in Washington zugesandten Fotos sofort erkannte. Kein Zufall. Die hatten mit voller Absicht seinen Wagen demoliert, um ihm den Rückzug zu erschweren. Vorsichtig drückte er das Fenster wieder zu und ließ sowohl sein iPhone als auch das Mobile, das aussah wie ein Blackberry, im Abfluss der Toilette versinken. Dann verließ er das Haus auf dem gleichen Weg, wie er es betreten hatte. Allerdings ging er jetzt nicht mehr über die Wiese – schon sein Hinweg war im silbrigen Mondlicht nämlich für jedes Kind sichtbar.

Im Schatten der Büsche und Gärten versuchte er sich den Häusern des Dorfkerns zu nähern. Das war zwar mit dem Risiko verbunden, jemandem zu begegnen, aber er musste schnellstmöglich hier verschwinden. Und ein neues Auto war nur im Dorf zu finden. In spätestens zwei Stunden würde es hier von Polizei-Einsatzkräften und wahrscheinlich auch Spezialisten vom Staatsschutz wimmeln. Während er über den Hof eines Bauernhauses hastete, schlug plötzlich ein Hund an, der sich schon im gleichen Augenblick zähnefletschend auf ihn stürzte. Mit einer eleganten Bewegung drehte John sich weg, um mit der gleichen Bewegung das an der Wade befestigte Stiletto zu ziehen. Mit fast spielerischer Leichtigkeit schnitt John dem Hofhund blitzschnell die Kehle durch. Das wütende Knurren erstarb mit einem gurgelnden Laut. Hinter einem der Hoffenster ging das Licht an, doch John war schon in der nächsten Lücke zwischen Scheune und Stall verschwunden. Er hatte die Dorfstraße erreicht. Ruhigen Schrittes überquerte er den zentralen Dorfplatz in Richtung Talmühle, auf deren Parkplatz mehrere Autos standen. In dem Moment, als er in die leicht abfallende Straße einbog, schoss das Polizeiauto mit Blaulicht und Martinshorn an ihm vorbei. Die nächste Viertelstunde würde er Ruhe haben, die hatten am vermeintlichen Unfallort zu tun und würden dann auch ziemlich schnell merken, dass hier eine andere Geschichte lief. Den schwarzen Q5 Quattro zu knacken war eine Sache von wenigen Sekunden, die Wegfahrsperre zu überwinden besorgten die in Johns Rucksack verstauten elektronischen Helferlein. John fuhr in gemächlichem Tempo vom Parkplatz und bog auf die steil ansteigende Straße dorfauswärts. Rechts baute sich ein mächtiger, wunderschön sanierter Schwarzwaldhof auf, hinter dessen Fenstern gemütliches Kaminlicht flackerte. Eigentlich wollte sich John auf das Navi konzentrieren, doch das golden erleuchtete, riesige Fenster eines ehemaligen Scheunentors zog seine Blicke an: Vor dem prasselnden Feuer des mächtigen Kamins lag eine eher knapp begleitete schwarzhaarige Schönheit und las ein Buch. Unwillkürlich nahm John Gas weg. Eine überraschende Szenerie in diesem gottverlassenen Nest. Überraschungen schienen zu diesem Bergdorf dazuzugehören. „Wenn möglich, bitte wenden.“ Das Navi wünschte eine Richtungsänderung. „Keine schlechte Idee, bei diesen reizenden Aussichten. Wusste gar nicht, dass deutsche Autos auch Humor haben.“ John musste trotz seiner alles andere als lustigen Lage schmunzeln und gab Gas. Er würde nämlich nicht den normalen Weg über die Landstraße ins Tal nehmen, sondern den direkten. Deshalb hatte er sich am Parkplatz auch für ein SUV entschieden. Die Straße wurde zu einem landwirtschaftlichen Nutzweg und schließlich zu einem Waldweg, der bald bergab ins Wehratal führte. In steilen Serpentinen erreichte er das Tal, als links unmittelbar eine große Wasserfläche aufglitzerte. Perfekt, hier würde er den Wagen versenken. Das Navi wies einen großen Stausee aus. Langsam rollte John Richtung Staumauer. Im Schatten eines großen Holzpolders und den tiefhängenden Ästen einer ebenso großen Tanne stellte er den Wagen ab und brachte den Sitz in Liegeposition. Jetzt würde er zuerst einmal das Ende der Nacht abwarten, nach Möglichkeit ein Nickerchen machen und sich zuallererst andere Kleider besorgen, denn seine schwarze Einsatzkleidung war definitiv zu auffällig.

Der Cannabis entfaltete kombiniert mit dem roten Italiener in Klaus’ Kopf eine durchschlagende Wirkung: Alles easy. Scheinbar ganz weit weg sah er, wie sich immer mehr Menschen um den Forstschlepper sammelten. Die ersten machten Anstalten, das Führerhaus zu erklimmen. Quirin schob langsam den Joystick nach vorne. Der bisher gemütlich brummelnde Motor des Schleppers begann zu dröhnen, das Rückeschild hob sich langsam. Mit einem breiten Grinsen ließ Quirin den Motor mit dem Gaspedal einen höllischen Lärm entfesseln. Die Menschen stoben auseinander. Langsam setzt sich das riesige Gefährt in Gang. „He Mann, was hast du vor, Quirin?“ Klaus sah seinen Freund zweifelnd an. „Ich lade dich da hinten im Wald ab. Du machst die Fliege. Am besten läufst du in einem großen Bogen ums Dorf zu Beatriz und wartest, bis ich das hier geregelt habe. Denke, deine Geschichte glaubt sowieso keiner, und ich weiß nicht mehr genau, wen ich da dabei hatte, hoffen wir mal, dass dich keiner erkannt hat.“ Quirin beschleunigte den Schlepper mit ebenso hoher Geschwindigkeit, wie er den Porsche geplättet hatte, und donnerte er auf den Waldweg, in welchen die Rauschbachstraße überging. Als sie den Wald erreichten, fuhr Quirin weiter bis zu einem Wendeplatz und hielt an: „Also raus mit dir, Klaus. Wir sehen uns bei meinem Schätzchen wieder!“ Grinsend öffnete er den Schlag des Führerhauses. „Wenn du meinst.“ Klaus stieg aus und blieb benommen auf der kleinen Lichtung stehen, während Quirin davonfuhr. Das Mondlicht sickerte schwach durchs nackte Geäst. Die Kälte biss ihm ins Gesicht. Er zog die Mütze tiefer und setzte sich in Bewegung, quer durch den Wald in Richtung der kleinen Landstraße, die Gersbach mit dem Wehratal verband. Von dort würde wieder dorfeinwärts laufen, um Quirins Hof zu erreichen. War es der Wein, war es das Gras? Oder träumte er nur schlecht? War das alles wahr? Vertrocknete Brombeerranken verhakten sich an seinen Hosen, Zweige schlugen ihm ins Gesicht.

John war zu einem anderen Entschluss gekommen. Er hatte nicht viel Zeit. Er musste irgendwie an seine Zielperson kommen. Sie hatten offensichtlich gemeinsames Wissen und sie konnten nur gemeinsam überleben. Denn John machte sich keine Illusionen. In solchen Sachen entschied Langley schnell und emotionslos – und arbeitete äußerst effektiv. Das Schweizer Einsatzteam – das geografisch nächste hier – würde schon auf dem Weg sein, ihn und diesen Mister Hellsichtig zu neutralisieren. John startete den Motor. Er würde jetzt die Straße über das Wehratal nehmen, um möglichst unauffällig wieder nach Gersbach zu gelangen

Klaus war bald schlecht vor Anstrengung. Und vor Angst. Endlich erreichte er die Straße. Er wandte sich dem Dorf zu. Als er einige Meter gelaufen war, sah er, wie die Lichtfinger eines sich von hinten nähernden Autos durch den Wald griffen. Um die Straße zu verlassen, war es schon zu spät, der Fahrer hatte ihn sicher schon gesehen, und so würde er mehr auffallen, als wenn er auf der Straße blieb. Vielleicht hatte er Glück, und der Fahrer oder die Fahrerin kannte ihn nicht. Dann konnte er den Forstarbeiter spielen, der den letzten Bus verpasst und ein Bier zu viel intus hatte. Er dreht sich um. Ein schwarzer Audi Q5 näherte sich in langsamem Tempo. Klaus winkte. Als der Wagen neben ihm zum Stehen kam, konnte er die Kölner Nummer erkennen. Also, jetzt weiter die Forstarbeiter-Nummer durchziehen.

Als John das Dorf fast erreicht hatte, erfasste der Lichtkegel seiner Scheinwerfer plötzlich einen Mann in Forstarbeiter-Kleidung, der schnellen Schrittes die Landstraße entlang ging. „One hundred points! I did it!“ John klopfte sich geistig auf die Schulter: Manchmal brauchte man Glück im Leben. Und wie sagten seine deutschen Kollegen: „Das Glück des Tüchtigen.“ Seine Entscheidung, nach Gersbach zurückzukehren, wurde belohnt. Als sich der einsame Wanderer umdrehte, wusste John schon, dass er seine Zielperson vor Augen hatte. Er drosselte das Tempo, als Klaus winkte. „Wollen Sie mitfahren, ich fahre nach Gersbach. Hoffe, das Hotel – wie heißt es gleich noch, die Mühle, Talmühle, hm – hat noch auf.“ John hatte die Scheibe der Beifahrertür heruntergelassen. Seine Zielperson musterte ihn eher misstrauisch als erleichtert, gleichwohl er dankend die Einladung annahm: „Ach, Sie wollen zur Talmühle? Ja, da können Sie mich direkt davor absetzen. Ich wohne nicht weit weg davon. Na ja, könnte sein, dass die in der Talmühle schon Feierabend haben. Gibt aber eine Nachtglocke.“ John entriegelte die Türen und seine Zielperson stieg ein, als plötzlich die Rotoren zweier großer Helikopter die Stille der Nacht zerrissen. Im Tiefflug donnerten sie übers Tal und setzten über Gersbach zur Landung an.

 

„Ups, was ist in diesem verschlafenen Nest los?“ John musterte sein Gegenüber aufmerksam. Klaus starrte durch die Windschutzscheibe und versuchte einen Blick auf die Helikopter zu werfen: Bundespolizei. Klaus hatte die quasi amtliche Bestätigung, hier war etwas Größeres im Gange. „Keine Ahnung, was hier los ist“, antwortete er seinem unverhofften Chauffeur. „Ein wohl größeres Polizeiaufgebot.“ Möglichst unauffällig musterte Klaus sein Gegenüber. Der trug einen schwarzen Anzug, der Klaus an eine Kampfuniform erinnerte und zum Intellektuellengesicht und der edlen Brille überhaupt nicht passte. Richtig beunruhigend war ein kugelschreiberähnliches Instrument, das in einer Armbandage am linken Arm steckte. Träumte er? Oder ließen ihn Alkohol und THC völlig überschnappen? Klaus’ Herz begann zu rasen. „Lassen Sie mich bitte aussteigen? Ich würde doch gerne noch ein paar Meter zu Fuß gehen.“ Klaus war klar, ein ziemlich seltsames Verhalten – und wenn dieser fremde Mann etwas von ihm wollte, wohl auch ohne Aussicht auf Erfolg. „Vergessen Sie es, Mister Hellsichtig. Beenden wir das Versteckspiel.“

Die zwei Hubschrauber der Bundespolizei landeten auf dem Wiesengrundstück zwischen dem Waldrand und dem Ende der Rauschbachstraße. Kaum waren die Rotoren zum Stillstand gekommen, öffneten sich die Türen. Vier maskierte Polizisten und sechs Männer in Zivil stiegen aus, wie Quirin registrierte, der gerade dabei war, mit dem Polizisten des Schopfheimer Reviers seine Personalien durchzugehen. Für seine Promille oder vermeintlichen Haschrausch schien sich niemand zu interessieren. Die vier maskierten Bundespolizisten sorgten sehr rasch und effektiv dafür, dass sich die versammelten Menschen von der scheinbaren Unfallstelle entfernten. Den lamentierenden Poggenreith ignorierten sie. Die sechs zivilen Fahnder untersuchten den schrottreifen Porsche mit derselben routinierten Effizienz. Einen aus dem Fahrzeug herausragenden länglichen Metallkoffer klappten sie kurz auf, woraufhin zwei der Fahnder ihn zu einem der Helis trugen. Sie schossen ein paar Fotos, und dann kamen sie zu Quirin und seinem polizeilichen Begleiter. Einer der zivilen Beamten musterte Quirin kurz mit einem stechenden, unangenehmen Blick. „Meier. Staatsschutz. Sie haben die Personalien dieses Mannes. Darf ich mal kurz sehen?“ Der Schopfheimer Polizist wirkte überrascht von dieser nahezu unhöflichen Direktheit. Quirin ebenso – denn inzwischen war er sich sicher, dass er hier durch die Hilfe für seinen Freund in größere Unannehmlichkeiten verwickelt wurde. Nach einem kurzen Blick auf das fein säuberlich ausgefüllte Formular winkte Staatsschutz-Meier einem seiner Kollegen und gab ihm mit unterdrückter Stimme eine Anweisung oder Information. Dieser Kollege zog sein Mobiltelefon hervor und entfernte sich wieder rasch vom Schopfheimer Polizeifahrzeug. Ohne den Schopfheimer Polizisten zu beachten, sagt Meier zu Quirin: „Sie können gehen, wir haben im Moment keine weiteren Fragen an Sie.“ Der Schopfheimer Polizist räusperte sich: „Äh, das …“ „Keine weiteren Fragen, habe ich gesagt“, schnarrte Meier und winkte zu Quirin, als wollte er ihn verscheuchen. Quirin zuckte mit den Schultern und ging zu seinem Schlepper. Während er diesen startete, schlossen sich auch schon wieder die Türen der Bundespolizei-Helis hinter den Beamten. Die Schopfheimer Polizisten sperrten den Schrottwagen mit rot-weißem Plastikband ab, und eine Streife schien sich für eine Bewachung am Unfallfahrzeug einzurichten, während sie kopfschüttelnd in Quirins Richtung blickten. Die Helis hoben ab, Quirin fuhr in langsamem Tempo davon und die verdutzten Gersbacher standen in kleinen Grüppchen vor ihren Häusern und staunten, dass dieser Spuk ebenso schnell vorbei wie gekommen war.

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In diesem Moment überquerte in Bad Säckingen ein schwarzer Van die deutsch-schweizerische Grenze: Die operative Einheit Schweiz war auf dem Weg mit der eindeutigen Order, Zielobjekt 1 und den Kollegen John Lucmanier zu neutralisieren. Soeben hatten sie die Info aus Langley erhalten, dass die Chancen gut standen, Zielobjekt 1 im Hause eines Quirin Rosenbaum zu finden. Die Zusammenarbeit mit den deutschen Diensten funktionierte offenbar hervorragend, und bald würden sie auch aus Rosenbaums Anwesen, einem umgebauten Hof, über das Handy seiner Lebensgefährtin Ton haben.

 

Klaus starrte sein Gegenüber entsetzt an: „Was wollen Sie von mir?“, brachte er tonlos hervor. John Lucmanier lehnte sich am Steuer zurück: „Vor vier Stunden hatte ich noch den Auftrag, Sie in die USA zu überführen, lebend. Jetzt geht es schlicht und ergreifend darum, uns – wie sagt ihr in Deutschland? – den Arsch zu retten. Das können wir nur gemeinsam. Weil wir möglicherweise dasselbe wissen. Viel Zeit haben wir allerdings nicht mehr, denn ich vermute mal, dass auf Ihren und meinen Kopf keiner meiner Kollegen auch nur noch einen Cent setzen würde. Ach ja, meine Kollegen – darf ich mich noch kurz vorstellen: John, John Lucmanier, bis vor Kurzem Special Agent der CIA. Wenn in den Helis da, die soeben gelandet sind, die sitzen, von denen ich glaube, dass sie drin sitzen, dann geht es in Kürze für uns um Leben und Tod. Wo also wollen Sie, wollen wir hin?“ Johns Antwort war nicht dazu angetan, Klaus’ Entsetzen zu beenden. „Wo ich hin will? Ich wünsche mir einfach nur das Ende dieses Albtraums“, presste er hervor. „Sorry. Da kann ich nicht helfen. Also wohin?“ Inzwischen hatten sie den Ortseingang von Gersbach erreicht. Mit zittriger Hand wies Klaus John an, links abzubiegen. Zum vierten Mal an diesem verhängnisvollen Abend kam Klaus an der Talmühle vorbei, und schon hatten sie den hell erleuchteten Hof von Quirin und Beatriz erreicht. John machte sich nicht mehr die Mühe, seinen gestohlenen Q5 auf den Parkplatz der Talmühle zurückzubringen, das spielte jetzt keine Rolle mehr. Sie stiegen aus. Wortlos und wie ferngesteuert lief Klaus auf die große Haustüre zu und öffnete diese zum zweiten Mal an diesem Abend ohne Einladung. John hatte sich den kleinen Rucksack übergeworfen und folgte ihm unmittelbar. Beatriz war vor dem offenen Kamin eingeschlafen, in dem die großen Buchenscheite noch glühten. „Wenn möglich, bitte wenden “, schmunzelte John und musterte das reizende Stillleben der knapp bekleideten und hinreißend schönen Frau. Klaus starrte ihn einmal mehr verständnislos an, als Beatriz mit einem spitzen Schrei aufschreckte – und mit der gleichen Bewegung mit einem ansatzlosen Sprung und vorgestrecktem Bein auf Lucmanier zuflog, der einen Moment zu spät reagierte: Beatriz traf ihn mitten auf der Brust. Lucmanier fiel nach hintenüber. Beatriz schlug mit einem gezielten Shuto gegen Johns Hals, der jetzt blau anlief und nach Luft schnappte. „Halt den Hurensohn fest, Klaus.“ Beatriz saß rücklings auf Johns Brust und presste mit den Knien John Lucmaniers Arme an den Boden. Ohne genau zu verstehen, was geschah, setzte sich Klaus auf Johns Beine, der soeben den Versuch startete, sich mit diesen seiner Peinigerin zu erwehren. „Was willst du? Was suchst du hier? Wer bist du?“ John sah im Abstand von knapp dreißig Zentimetern zwei tiefschwarze, zornerfüllte Augen auf sich gerichtet. Wer war dieser ebenso schöne wie wilde Teufel? Wie hatte sie das geschafft? Er war definitiv nicht mehr in Übung. In einer anderen Ausgangslage hätte er sich vorstellen können, den Duft und die Nähe dieser Frau und die außerordentlichen Einblicke zu genießen – aber sie schien im Moment absolut keinen Spaß zu verstehen. „Mein Name ist John, John Lucmanier. CIA. Also bis vor Kurzem. Und Klaus Hellsichtig, ähm, Hellsicht hat mich hierher geführt.“ „Stimmt das, Klaus?“ Mit leichter Bewegung der Knie rollte Beatriz schmerzhaft den Bizeps von Johns Armen, während sie mit beiden Händen seinen Kehlkopf drückte. Langsam wurde die Luft knapp. John spannte seinen Oberkörper an. „Vergiss es oder ich drücke komplett zu.“ Das Teufelsweib schien es ernst zu meinen. Vor Johns Augen begannen schon Sterne zu tanzen. „Ja, stimmt wohl“, sagte Klaus, „Aber ich würde ihn nicht loslassen.“ In diesem Moment fuhr Quirin mit seinem Schlepper auf den Hof. Einen Augenblick später betrat er sein Haus. „Quirin, hol aus der Werkstatt die Kabelbinder!“, wies Beatriz ihren Lebensgefährten an. Klaus konnte es nicht fassen – ohne zu fragen, machte Quirin auf dem Absatz kehrt und verschwand im Flur des riesigen Hauses. Nach wenigen Augenblicken kehrte er mit einem Bündel Kabelbinder und einem großkalibrigen Revolver zurück. Den schob er sich ungerührt hinter dem Rücken in seinen Hosenbund und begann mit schnellen Griffen, Johns Beine mit den Kabelbindern zu fixieren. John war offensichtlich kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, denn sein Widerstand wurde immer schwächer. Beatriz stand auf, ohne die Hände von Johns Hals zu lassen. Quirin nahm Johns Arme, hielt mit einer seiner Riesenpranken dessen Handgelenke umklammert und band mit der anderen Johns Arme zusammen. Jetzt erst ließ Beatriz Johns Hals los. Klaus konnte nur staunen, die zwei waren offenbar ein eingespieltes Team. Quirin tätschelte mit einer Sanftheit, die man diesem Riesen gar nicht zugetraut hätte, Johns Wangen: „Okay, ist vorbei. Aufwachen!“ Lucmanier japste nach Luft: „Fuck. Was soll das?“ „Frag ich Sie, mein Herr.“ Quirins Gesicht hatte wieder den gutmütig-gemütlichen Gesichtsausdruck eines Seebären – alleine die Augen glitzerten hart. „Verschwenden wir keine Zeit“, ächzte John, „Hellsicht und ich stehen auf der Abschussliste und Sie und Ihr schlagkräftiges Schätzchen inzwischen wahrscheinlich auch.“ Beatriz hatte sich inzwischen eine Jeans und Pullover übergezogen und betrat soeben wieder den Raum. Sie funkelte John gefährlich an. Dieser führte kurz und sachlich seine Sicht der Dinge aus: „Wenn ich die Zeichen richtig deute, Mr. Hellsichtig, sorry, Hellsicht, dann wissen Sie, woher auch immer, dass Donald Trump eine Frau ist. Und dass Sie das wissen, bedeutet: Erstens gefällt das den entscheidenden Kreisen in Washington nicht, und zweitens stimmt es dann offensichtlich. Deshalb war mein Auftrag wohl, Sie in die USA zu bringen. Den Grund kannte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Seitdem ich in Ihrem Haus war, konnte ich mir das allerdings ausrechnen“, wandte er sich an Quirin und wies mit dem Kinn auf seine Beintasche. „Hier ist ein Computerausdruck drin. Inzwischen dürfte sich der Auftrag dahingehend geändert haben, Sie, Mister Hellsicht, und mich zu eliminieren. Kollateralschäden miteinbezogen. Das sind dann Sie beide.“ Er nickte Quirin und Beatriz zu.

Quirin zog das Blatt Papier aus Johns Tasche, überflog es kurz und gab es Klaus. Der schüttelte den Kopf. „Okay, dann habe ich es doch richtig eingeschätzt, ich wurde in diesem Moment gehackt. Dass der Arm der NSA so weit reicht, war ja bislang nur vermutet worden. Und Mister … wie darf ich Sie nennen?“ „Lucmanier ist mein Name.“ „Okay, Mr. Lucmanier, und was empfehlen Sie?“ John antwortete: „So schnell wie möglich aus diesem Haus verschwinden. Und wenn möglich das Einsatzteam – die sind sicher schon aus der Schweiz unterwegs – außer Gefecht setzen. Das wird sportlich, aber Mister Hellsicht scheint ja aktiver Kickboxer zu sein, und wie ich ja sehe, sind Sie in Sachen Nahkampf nicht ganz unerfahren.“ Als John Lucmanier Beatriz dabei ansah, war nicht eindeutig zu erkennen, ob Bewunderung oder gekränkte Eitelkeit aus seinen Blicken sprach. Er fügte ironisch lächelnd an: „Die ganze Welt meint ja, Deutschland sei inzwischen das Land der Pazifisten, und hier im Black Forest tragen die Waldbauern schwere Colts.“ Er streckte seine Arme nach vorne: „Würden Sie mich bitte mal losmachen?“ Quirin, Beatriz und Klaus wechselten kurz Blicke, Klaus nickte unmerklich mit dem Kopf. Wie ein Taschenspieler hatte Quirin plötzlich ein Springmesser in der Hand und schnitt die Kabelbinder auseinander. John rieb sich die Handgelenke, zog dann seinerseits das Stiletto aus dem Wadenholster, schnitt die Kabelbinder an den Füßen entzwei und stellte grinsend fest: „Springmesser benötigt man hier im Dorf zum Speckschneiden?“ Quirin war schon aufgestanden, Beatriz verschwand kurz im rückwärtigen Flur und kam mit einem abgeschnittenen Besenstil in der Hand zurück. Dieser ähnelte allerdings einem Baseballschläger mehr als einem ausrangierten Werkzeug aus der Scheune. Den warf sie Klaus zu, der den Stil mit einer geschickten Bewegung auffing. Die kurze Lederjacke, die Beatriz sich überzog, wirkte auf den ersten Blick auf der linken Seite eigenartig schwer. Quirin hatte offensichtlich schon einen Plan gefasst: „Never change a running system: Ich nehme den Schlepper und ihr …“ John ergänzte: „Und wir den praktischen SUV, den ich mir heute Abend geliehen habe.“

Rasch verließen sie das Haus. Quirin fuhr voraus, Lucmanier, Klaus und Beatriz folgten unmittelbar. Sie fuhren auf der Landstraße in Richtung Wehratal und bogen, nachdem sie den Wald erreicht hatten, in einen unauffälligen Waldweg ein – der SUV zuerst, dann stieß Quirin den Schlepper einige Meter in den Weg zurück. Mit abgeschalteten Lichtern warteten sie. „Wenn sie von der Schweiz kommen, ist das der direkte Weg“, begründete Quirin durch die herabgelassenen Scheiben flüsternd seine Entscheidung, hier zu lauern.

Der schwarze Van mit den dunkel verspiegelten Scheiben schoss mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Landstraße dahin, entlang des Stausees im Wehratal. Im Fonds saß Joe, der Funker des Einsatzteams, mit übergestülpten Kopfhörern an seinem Laptop. „In rund fünf Kilometern geht die Straße ab, du hast das auf dem Schirm, Dave?“ Dave, der Fahrer, steuerte den Bus lässig mit einer Hand, während er mit der anderen Hand auf dem Oberschenkel den Rhythmus seines Lieblingssongs „Yellow Submarine“ trommelte. „Sie sind inzwischen zu viert. Gibt also mehr Arbeit.“ Clark, ein glatzköpfiger Riese, war der Einsatzleiter und stand über sein Headset mit Langley direkt in Verbindung. Shin, ein schmächtig wirkender Asiate, zerlegte rasend schnell einhändig eine klein und zierlich wirkende Pistole, um sie in der gleichen Geschwindigkeit wieder zusammenzusetzen, während seine Augen ins Unendliche blickten. Funker Joe hatte schon seit einigen Minuten den Ton aus Rosenbaums Haus auf seinem Kanal: In Langley hatten sie offenbar das iPhone der Frau angezapft, das, wenn er den Plan richtig interpretierte, auf irgendeinem Sideboard im zentralen Raum des Hauses lag, wahrscheinlich Wohnzimmer-Küchen-Kombination, wie es die Europäer mochten. Plötzlich schien er sich zu konzentrieren: „Wenn ich die Zeichen richtig deute, Mister Hellsichtig, sorry, Hellsicht, dann wissen Sie, woher auch immer, dass Donald Trump …“ Plötzlich war der Ton weg. Joe fluchte: „Shit, was ist das jetzt?“ Er hatte volle Feldstärke. Die hatten ihm in Langley einfach den Saft abgedreht. Im selben Augenblick pfiff Clark durch die Zähne: „Jetzt haben sie’s aber wichtig: Final shot for all of them.“ Die Crew sah sich zweifelnd an. Ungewöhnliche Order. Clark war das nicht geheuer: „Würde gerne die Bestätigung von ganz oben haben. Und zwar schriftlich an Joe“, sprach er halblaut in sein Headset. Inzwischen schleuderte der Van mit wüstem Schlingern durch die Kurven in Richtung dieses offenbar winzigen Bergdörfchens – was Dave jedoch nicht davon abhielt, mit der einen Hand in sturer Monotonie weiter den Rhythmus von „Yellow Submarine“ zu klopfen, und Shin gelang sein Kunststück immer noch einhändig.

Jetzt näherten sie sich dem Waldrand, die ersten Lichter des Dorfes waren in der Ferne schon zu sehen. In diesem Moment schoss ein eiserner Koloss aus einem Waldweg und krachte seitlich in den gepanzerten Van, der mit einem irren Sirren in das niedere Gehölz eines rund fünfjährigen Kahlhiebs katapultiert wurde. Dave hatte keine Chance, das Rückeschild hatte trotz Panzerung die komplette vordere Tür des Vans eingedrückt. Außerdem waren die Scheiben der linken Seite zerborsten. Shins Blick bekam Leben, der Crash schien ihn nicht aus der Fassung zu bringen, und er eröffnete unmittelbar das Feuer mit seiner frisch zusammengebauten halbautomatischen Pistole. Quirin hatte sich allerdings schon aus dem Führerhaus geschwungen und duckte sich im Schatten des riesigen Motorblocks. Eine gute Entscheidung. Die Splitter der Scheiben regneten schon auf ihn herab. Joe hatte der Aufprall das Laptop aus der Hand gerissen, im Schalensitz war er allerdings unverletzt geblieben, und auch Clark schien weitgehend unversehrt, denn er drückte schon den Entriegelungsknopf der Türen, die jetzt auf der rechten Seite des Fahrzeugs auffuhren. Zu dritt verließen sie ihr Gefährt  und duckten sich ins Gebüsch. Jeder hatte eine Uzi im Anschlag. Die Stille der Nacht breitete sich aus, alleine das Knacken der warmen Motoren von Schlepper und Van waren zu hören.

Nichts. Clark überschlug im Kopf die Möglichkeiten: Zufall? Wohl kaum. Profis? Davon hatte beim Auftrag keiner gesprochen. Joe saß ungefähr vier Meter entfernt von ihm rechts, Shin links. Abwarten. Und keinen Funkkontakt.

Klaus saß hinter einem Reisighaufen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Der Albtraum nahm kein Ende. Kickboxen hin oder her, Anti-Stress-Coaching und Führungslehre hin oder her, das war nicht seine Baustelle, dafür hatte er keine Nerven. Er sah, wie sich John schlangengleich nach vorne bewegte in Richtung der rechts sitzenden Person, die sich im fahlen Licht ein wenig vom Unterholz abhob.

Es knackte. Funker Joe zuckte leicht und duckte sich noch tiefer. Das war direkt hinter ihm gewesen. Langsam, ganz langsam wendete Joe den Kopf. Er konnte nichts erkennen. Shit. So war das nicht geplant gewesen. Im Normalfall hätte er jetzt ein Wärmebildgerät auf der Nase und sein Gegenüber keine Chance. Plötzlich ertönte bei diesem riesenhaften Gefährt, das sie angefahren hatte, ein tiefes „Klong“. In diesem Moment spürte Joe eine Hand und einen scharfen Schmerz im Hals – und dann nichts mehr.

Clark lauschte. Was bedeutete dieses leise Aufschnaufen von Joe? Nichts Gutes. Er kannte dieses Geräusch. Er riss seine Waffe hoch, eine Geschossgarbe fächerte sich über dem Boden auf, dort, wo er seinen Kollegen im Mündungsfeuer mit durchschnittener Kehle liegen sah. „Run. Shin“. Clark und Shin richteten sich auf und liefen beide in einem tief geduckten Sprint in entgegengesetzte Richtungen, während ihre Uzis in die stille Nacht bellten. In einem weiten Hechtsprung warfen sie sich auf den Boden und rollten auf die Seite. Wieder nur Stille.

Klaus meinte, der Kopf müsse ihm zerspringen. Nach seiner Einschätzung musste sich der Kleinere der beiden Killer in direkter Nähe von Beatriz befinden. Sie hatte hinter einem Baumstumpf, rund zehn Meter von ihm entfernt, in einer kleinen Mulde Position bezogen. Wieder ertönte das tiefe Klong am Forstschlepper, und im selben Moment hatte wohl John Lucmanier eine Leuchtrakete in den Himmel geschossen. Dieser stand plötzlich hoch aufgerichtet neben dem Schlepper. Das Mündungsfeuer seiner Pistole blitzte auf, während der Größere der beiden Killer in sich zusammensank. Der Kleinere allerdings blieb unsichtbar. John hatte wieder Deckung hinter dem Schlepper. Der rötliche Schein der Leuchtrakete tauchte die Lichtung in das unwirkliche Licht eines anderen Planeten. Klaus konnte nur mühsam das Klappern seiner Zähne unterdrücken. Der Albtraum nahm kein Ende. Plötzlich entdeckte Klaus den Killer, den er in der Nähe von Beatriz vermutet hatte. Langsam wie eine Kröte kroch dieser in Richtung der Mulde, in die sich Beatriz duckte. Klaus sprang hoch und schrie: „Beatriz!“ Sie schoss wie ein Sprungfeder in die Höhe – und wieder hatte sie wie ein Kund-Fu-Kämpfer den Fuß auf Schulterhöhe gestreckt. Der Killer legte seine Uzi an … „Beatriz …!“

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Ein donnerartiges Grollen ertönte. Warum roch es nach Kaffee? Klaus blinzelte in das weiche Licht eines Wintermorgens. Offensichtlich hatte sich vom Dach eine Lawine gelöst. Sabine stand im Bademantel in der Türe und balancierte das Frühstückstablett. „He, das gefällt mir überhaupt nicht, dass du die ganze Zeit nach Beatriz rufst. Muss ich mir Sorgen machen?“ Klaus schüttelte benommen den Kopf: „Mann, hab ich einen Scheiß geträumt. Obwohl, wenn das stimmen würde, dass Donald Trump eigentlich eine Frau wäre, und keiner hätte es gewusst? Und deshalb würden die Amis ihn stürzen. Eigentlich ein Traum, oder?“ Sabine sah Klaus zweifelnd an: „Ich glaube, ich muss mir Sorgen machen. Aber nochmal, was hat das mit Beatriz zu tun?“ Während Sabine das Tablett mit Kaffee, Brötchen, Honig und Orangenmarmelade auf dem eigens aufgebauten Tischchen abstellte, rutschte ihr der Bademantel von den Schultern. Zum Vorschein kam das Nichts eines roten Negligés. Jetzt war Klaus hellwach und lachte hinterhältig: „Das von Beatriz sah genau gleich aus, aber es war so schwarz wie ihre Haare.“ Sabine fuhr mit funkelnden Augen herum, das sonst helle Blau verfärbte sich zum dunklen Glühen einer Kornblume: „Waaas?“ Klaus duckte sich in gespielter Furcht: „Ich hab’ nur geträumt …“ Sabine warf sich mit einem Satz auf Klaus. „Das macht es überhaupt nicht besser!“ Klaus schloss Sabine in seine Arme: „Ein Traum geht in Erfüllung – dass ich das erleben darf und mich meine Frau mit einem Frühstück im Bett überrascht?“ In diesem Moment begann der Radiowecker zu spielen: „… Washington: Wie neueste Erkenntnisse des Sonderermittlers Mueller belegen, gibt es Zweifel an Donald Trumps Vergangenheit als M…“ Sabine drückte mit der linken Hand den Ausknopf, während Klaus ihr durch den hellbraunen Kurzhaarschopf fuhr. Mit der Rechten umfasste Sabine Klaus’ Kopf: „Weltpolitik interessiert mich im Moment überhaupt nicht …“

Text & Bild: © Justus Ammann
Veröffentlicht zu Weihnachten 2018

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